Rezension: Voyager X – Erbsünde

Diese Buchrezension befasst sich mit dem Buch "Star Trek: Voyager (X) "Erbsünde" aus dem Cross Cult-Verlag, erschienen am 03.04.2017 und geschrieben von Kirsten Beyer. Diese Geschichte im Voyager-Plot schließt direkt an die Geschehnisse aus dem neunten Teil der Serie an und befasst sich mit drei Handlungssträngen. Zum Ersten mit der Kontaktaufnahme mit der "Konföderation der Welten des ersten Quadranten", zum Zweiten mit der neuen Bedrohung in Form einer Seuche und zum Dritten um den Streit um das Sorgerecht über das Kind der Commanders Torres und Paris. Alle drei Teile finden in diesem Roman gleichzeitig statt und werden auch gleichzeitig behandelt.

Cover "Erbsünde"

Die Cover aus der Voyager-Reihe sind stilistisch spätestens seit dem fünften Teil identisch aufgebaut, welches mich gar nicht so stört, sondern einer Buchreihe einen gewissen Charme verleihen kann. Jedoch haben die Cover in dieser Buchreihe einen gewissen - für mich überhaupt nicht nachvollziehbaren - Fehler im Aufbau oder in der Logik, je nachdem wie man dies sieht. Auf dem Cover dieses Buches ist das Konterfei von Reginald Barclay oberhalb der U.S.S. Voyager zu sehen. Nur leider sucht man seine Beteiligung in der Geschichte in diesem Buch vergebens. Er wird zwar ein paar Mal erwähnt, kommt persönlich aber überhaupt nicht in der Erzählung vor. Warum wird er dann abgebildet? Was soll uns das als Leser sagen?

Klappentext "Erbsünde":

"Admiral Kathryn Janeway hat das Kommando über die Full-Circle-Flotte übernommen. Ihre erste Mission ist es, in den Delta-Quadranten zurückzukehren und diplomatische Beziehungen zur Konföderation der Welten des Ersten Quadranten aufzunehmen. Die Konföderation ist eine Zivilisation, deren Macht der der Föderation in nichts nachsteht. Doch obwohl Chakotay, der Captain der Voyager, der Flotte der Konföderation dankbar ist, dass sie sein Schiff vor einer fremden Armada gerettet hat, kann er nicht vergessen, auf welchen Gräueltaten die Konföderation gegründet wurde.

Besorgniserregender ist, dass einige der alten Widersacher der Voyager anscheinend ein eigenes und unerwartetes Bündnis eingegangen sind und sich zum Ziel gesetzt haben, die Konföderation mit allen Mitteln zu Fall zu bringen. Während die Besatzung der Full-Circle-Flotte versucht, einen Kurs in die Zukunft zu finden, wird sie von ihren früheren Sünden heimgesucht."

Geschichte in "Erbsünde":

Die Grundidee des Buches mit der Einführung einer neuen Großmacht im Delta-Quadranten an sich ist erst einmal eine zu begrüßende Idee. Denn bisher war im Delta-Quadranten nur Chaos in Form von zersplitterten und verfeindeten Regionalmächten zu finden. Die Einführung einer mächtigeren der Föderation gleichgestellten Macht war da schon länger überfällig, nachdem die Borg ja verschwunden waren und ein Vakuum hinterließen. Die Richtung, in welche sich die Beziehungen zwischen der Besatzung der Full-Circle-Flotte und der Konföderation entwickelt kann ich nur als sehr spannend bezeichnen. Es zeigt deutlich auf, in welchem Zwiespalt sich die Mitglieder der Föderation mit ihren eigenen, sich selbst auferlegten Richtlinien und Direktiven, beziehungsweise mit ihren Grundwerten befinden. Auf der einen Seite möchten sie sich offen für die Lebensweise anderer Völker zeigen, aber auf der anderen Seite befinden sie sich nun mit einer konfrontiert, welche sich komplett diametral ihrer eigenen befindet. Wie kann man damit umgehen und kann trotzdem eine Allianz aufgebaut werden, auch wenn die Grundüberzeugungen so unterschiedlich sind? Dabei ist eine Allianz im Delta-Quadranten so unerlässlich. Können die Grundüberzeugungen gelockert oder gar über Bord geworfen werden, um dieses Ziel eines sicheren Hafens zu erreichen?

Um diese Fragen ausreichend beantworten zu können, schafft es diese Geschichte durch unterschiedliche Aspekte, einem die Bezüge zum eigenen persönlichen Handeln in der Gegenwart aufzuzeigen und auch sehr gesellschaftskritisch zu werden, ohne den Bezug zur Geschichte zu verlieren. Wie sehr kann fremdes Handeln und fremde Sichtweisen verurteilt werden, nur weil sie nicht den eigenen entsprechen. Wann sind es nur einfach andere Einstellungen und wann gehen sie darüber hinaus und werden zur Bedrohung der persönlichen Freiheit innerhalb einer Gesellschaft? Diese Frage zu beantworten schafft dieser Roman sehr gut.

Aber auch der zweite Strang der Erzählung, welcher in diesem Buch Beachtung findet, ist äußerst interessant. Denn innerhalb der Föderation breitet sich eine Seuche aus, welche immer mehr Lebewesen befällt und immer tödlich zu sein scheint. Seven of Nine reist in den Alpha-Quadranten nach San Francisco zurück um der Sternenflotte bei der Heilung dieser Seuche zu helfen. Dabei stößt sie jedoch auf ganz andere Probleme und erfährt Ungeheuerliches welche die Grundfeste der Sternenflotte zu erschüttern drohen. Ist dies noch zu verhindern und in welche moralische Richtung wird sich die Sternenflotte nun bewegen?

Diesen Handlungsstrang konnte ich bisher über die letzten Romane nicht wirklich vollends verstehen beziehungsweise nachvollziehen. Vieles blieb mir bisher im Dunkeln verborgen und hat sich mir noch nicht so ganz erschlossen. Nun so langsam ergeben einige Teile einen Sinn und ich verstehe langsam immer mehr, in welche Richtung dieser Plot geführt werden soll. Höchstwahrscheinlich werden wir im nächsten Band mehr darüber erfahren, da auch hier in diesem Teil so gut wie alles offen geblieben ist und so gut wie keine Fragen beantwortet wurden.

 

Etwas neben der Spur und nicht ganz so präsent geht es aber auch um die Frage des Sorgerechts von Miral Paris, der Tochter der Commanders Torres und Paris. Die Mutter von Tom Paris - beziehungsweise die Großmutter von Miral Paris - will das Sorgerecht durch eine Sorgerechtsstreitigkeit vor dem Familiengericht der Sternenflotte für sich einklagen, da sie der Ansicht ist, dass das Kind bei seinen Eltern aufgrund der Ereignisse der vergangenen Jahre nicht sicher ist und auch von den leiblichen Eltern nicht gut aufgezogen werden kann. Wird sie das vor Gericht erzwingen können oder kann dieser Streit durch die Parteien und das Gericht erfolgreich geschlichtet und beigelegt werden? 

Emotional hat mich als Leser dieser Teil der Geschichte am meisten gefangen, da dieser Punkt um das Verhalten des Ehepaares Paris über die Originalserie und dann fortgeführt über die Romane eine lange Zeit über verfolgt werden konnte und jeder Leser sich im Laufe der Entwicklung seine eigene Meinung über die getroffenen Entscheidungen gebildet hat. Nun daraus ein Showdown zu machen, bei dem jeder Leser mit seinen eigenen Meinungen involviert ist halte ich für einen sehr guten Schachzug, um dem Leser eine eigene Meinung aufzuzwingen und sich mit dieser auch beschäftigen muss. Auch ist die Entwicklung dieses Prozesses sehr gut ausgearbeitet worden und dadurch auch über die lange Zeit der einzelnen Aspekte hinweg glaubwürdig geblieben. 

 

Zum Abschluss etwas, was ich in den letzten Romanen auch angesprochen habe und was auch in diesem Roman wieder zutrifft. In fast jeder Ausgabe kritisiere ich die Qualität der Übersetzung im Besonderen was die Grammatik und Rechtschreibfehler angeht. Auch dieser Roman trieft nur so von Fehlern, welche es in einem Buch für 16,00 Euro, nicht geben DARF. Es kann immer mal passieren, dass sich der eine oder andere Fehler einschleicht, aber in welchem Ausmaß es hier wieder geschehen ist, ist nicht zu tolerieren. Daher muss ich leider die Bewertung dieses Buches abwerten

Fazit des Buches "Erbsünde":

  • Dreiteiliger Handlungsstrang, welche alle drei glaubwürdig und spannend sind
  • Der Plot lässt Platz für eine Weiterführung im nächsten Band
  • Gesellschaftskritische Nuancen sind vorhanden
  • Cover passt nicht zum Inhalt des Buches
  • Unzählige Rechtschreib- und Grammatikfehler 

Letzter Roman:

Star Trek: Voyager (IX)
Bewahrer

Dieser Roman:

Star Trek: Voyager (X)
Erbsünde

Nächster Roman:

Star Trek: Voyager (XI)
Sühne

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